Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet wird auch mit Geschlechternormen konfrontiert. Was machen die Mädchen, was machen die Buben, wie ist eine echte Frau, wie ein echter Mann. Manche dieser ungeschriebenen Regeln springen sofort ins Auge, andere sind vielleicht erst auf den zweiten Blick erkennbar. Manche dieser Normen finden wir vielleicht einschränkend, oder sogar gewalttätig. Dann stellt sich für uns die Frage wie wir sie produktiv thematisieren und die Situation verändern können. In anderen Situationen sind wir vielleicht selbst überrascht oder auch überfordert wenn Geschlechterrollen gebrochen werden .

Geschlechtersensible Pädagogik, hat letzlich zum Ziel eine Welt zu schaffen in der Mädchen und Buben mehr Möglichkeiten offenstehen. Eine Welt in der Maedchen und Buben wertschaetzend miteinander umgehen, in der junge Menschen nicht in einschraenkende Geschlechternormen gespresst werden, in der Heranwachsende positive Vorbilder haben. Es ist klar, das wir Kindern und Jugendlichen nichts beibringen können, was wir selber nicht leben. Geschlechtersensible Pädagogik ist fuer uns letztlich keine Erziehungsmethode, sondern eine Haltung, die sich nicht nur darin ausdrückt, wie wir mit Kindern und Jugendlichen umgehen, sondern vor allem darin, wie wir unsere eigenen Leben gestalten. Genau diese Frage, wie gehe ich mit Geschlechtsidentitaeten und Sexismus um, ist es, die in unserem Workshop im Vordergrund steht. Wir bieten keine schnelle Einführung in Gender Mainstreaming mit Kindern und Jugendlichen. Wir wollen uns vielmehr Zeit nehmen, uns gemeinsam zu fragen, was Geschlecht oder Sexismus eigentlich mit uns selbst zu tun haben. Dabei geht es auch darum strukturelle Ebenen auf denen Sexismus stattfindet zu untersuchen. Im Vordergrund steht für uns aber die persönliche Auseinandersetzung und Reflexion.
Neben aktuellen Fragen und kleinen Rückblicken in unsere eigene Geschichte der geschlechtlichen Sozialisation legen wir dabei einen besonderen Fokus auf den Umgang mit Geschlecht in der pädagogischen Arbeit – was das für uns heisst, wie wir geschlechtssensibel arbeiten können und wann uns diese Fragen zum stolpern bringen, wollen wir im Workshop bearbeiten.
Wir bieten einen Austausch in einem geschützten Rahmen fuer die persoenliche Reflexion, um dann gemeinsam individuelle und kollektiven Strategien gegen Sexismus und Heteronormativitaet zu entwickeln.