Workshop
»Liebe, Sex und Zärtlichkeiten«

Wann: 12.12.2014 von 10:00 – 17:30 Uhr
Wer: offen für alle! 
Wo: Amerlinghaus, Raum 4
Anmeldung bis 5.12.

Workshop
»Liebe, Sex und Zärtlichkeiten«

Dr.Sommerinnenteam – Die Kolummne aus der MALMOE

Liebe Leser*innen,
seit vielen Monaten stellen wir hier regelmäßig fest, dass das Leben als Feminist*in nicht leicht ist. Nicht nur Diätjoghurt und Lohnschere machen uns das Leben schwer, nein, auch in unseren Betten und Köpfen ist es nicht gerade einfacher geworden. Gerade beim Thema Sexualität ist es oft besonders kompliziert, die Widersprüche zu umschiffen, die entstehen, wenn wir unseren eigenen Ansprüchen genügen und gleichzeitig ein befriedigendes Sex- und Beziehungsleben führen wollen.

Feminist*innen haben besseren Sex, heißt es, und auch wenn das allerhöchstwahrscheinlich stimmt, ist der Weg dorthin doch ein beschwerlicher. Einige der Steine, die uns dabei im Weg liegen, wurden in den letzten Monaten hier thematisiert – ratsuchende Mails an das Dr. Sommerinnenteam haben verschiedenste Fragen aufgeworfen. Da war Anne, die öfter Lust auf Sex hat als Tobias. Da war Maia, die gern ein Kind will, aber ihre Freundin Isra nicht.

Da war Yassir, der Poly toll findet, aber trotzdem eifersüchtig ist. Und Judith, die sich fragt ob sie verantwortlich ist, wenn ihre Affäre seine Beziehung belügt. Lorelei, die gar nicht mehr weiß, wie flirten eigentlich geht. Und Jan, der beim Sex mit seinen patriarchalen Bildern kämpft. Und noch in vielen anderen Mails wurden Fragen gestellt, denen wir begegnen, wenn wir nicht einfach den klassischen Geschlechter- und Beziehungspfaden folgen wollen.

Wir wollen nun die Kollektivierung von Erfahrungen auf eine neue Ebene heben – mit einem bewährten feministischem Instrument: dem face-to-face Austausch! Deshalb laden wir ganz herzlich zu unserem Workshop „Liebe, Sex und Zärtlichkeiten“ ein. Dort wollen wir gemeinsam über Sex sprechen – mit allem was dazu gehört: sexuelle Praktiken, Gefühle, Wünsche und Ängste, soziale Beziehungen, romantische Zweierbeziehungen, Multi-Lustige-Konstruktionen, internalisierte Sexismen und patriarchale Bilder, sowie antisexistische Utopien und feministische Strategien, wie etwa das Zustimmungskonzept.

Dabei achten wir besonders auf eine angenehme Atmosphäre und den behutsamen Umgang mit Bedürfnissen – wir wollen einen sicheren Rahmen für Austausch und Kommunikation schaffen. Und wir wollen Spaß haben. Gemeinsam werden wir die langersehnten Antworten auf die z.B. in dieser MALMOE-Kolumne gestellten Fragen zwar vielleicht auch nicht finden, aber zumindest darüber diskutieren.
Wir freuen uns auf dein Kommen!

Liebe Grüße,

dein Dr. Sommerinnen-Team

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In Kooperation mit Sapere Aude bieten wir unseren Workshop zu Antisexismus für Multiplikator_innen an:

Von Gender und anderen Hindernissen:

Samstag, 15.10.2011, 9.30 – 17.30 und
Sonntag, 16.10.2011, 10.00 – 17.00

Wo: Haus der Jugend Mödling, Eisentorgasse 5

Anmeldungen übere Sapere Aude, isabella.weiss@sapereaude.at, bis 10.10.2011, maximale TeilnehmerInnenzahl: 18

Inhalt:
Thema der Fortbildung sind Geschlechterrollen und antisexistische Interventionen in der Arbeit mit Jugendlichen. Neben theoretischen Inputs werden unter anderem Rollenspiele und Gruppenarbeiten zur Anwendung kommen sowie konkrete Interventionsmöglichkeiten aufgezeigt.

Beschreibung:
Wer mit Kindern und Jugendlichen arbeitet wird auch mit Geschlechternormen konfrontiert. Was machen die Mädchen, was machen die Buben, wie ist eine echte Frau, wie ein echter Mann. Manche dieser ungeschriebenen Regeln springen sofort ins Auge, andere sind vielleicht erst auf den zweiten Blick erkennbar. Manche dieser Normen finden wir vielleicht einschränkend, oder sogar gewalttätig. Dann stellt sich für uns die Frage wie wir sie produktiv thematisieren und die Situation verändern können. In anderen Situationen sind wir vielleicht selbst überrascht oder auch überfordert wenn Geschlechterrollen gebrochen werden .

Geschlechtersensible Pädagogik, hat letzlich zum Ziel eine Welt zu schaffen in der Mädchen und Buben mehr Möglichkeiten offenstehen. Eine Welt in der Maedchen und Buben wertschaetzend miteinander umgehen, in der junge Menschen nicht in einschraenkende Geschlechternormen gespresst werden, in der Heranwachsende positive Vorbilder haben. Es ist klar, das wir Kindern und Jugendlichen nichts beibringen können, was wir selber nicht leben. Geschlechtersensible Pädagogik ist fuer uns letztlich keine Erziehungsmethode, sondern eine Haltung, die sich nicht nur darin ausdrückt, wie wir mit Kindern und Jugendlichen umgehen, sondern vor allem darin, wie wir unsere eigenen Leben gestalten. Genau diese Frage, wie gehe ich mit Geschlechtsidentitaeten und Sexismus um, ist es, die in unserem Workshop im Vordergrund steht. Wir bieten keine schnelle Einführung in Gender Mainstreaming mit Kindern und Jugendlichen. Wir wollen uns vielmehr Zeit nehmen, uns gemeinsam zu fragen, was Geschlecht oder Sexismus eigentlich mit uns selbst zu tun haben. Dabei geht es auch darum strukturelle Ebenen auf denen Sexismus stattfindet zu untersuchen. Im Vordergrund steht für uns aber die persönliche Auseinandersetzung und Reflexion.
Neben aktuellen Fragen und kleinen Rückblicken in unsere eigene Geschichte der geschlechtlichen Sozialisation legen wir dabei einen besonderen Fokus auf den Umgang mit Geschlecht in der pädagogischen Arbeit – was das für uns heisst, wie wir geschlechtssensibel arbeiten können und wann uns diese Fragen zum stolpern bringen, wollen wir im Workshop bearbeiten.
Wir bieten einen Austausch in einem geschützten Rahmen fuer die persoenliche Reflexion, um dann gemeinsam individuelle und kollektiven Strategien gegen Sexismus und Heteronormativitaet zu entwickeln.